zur 4. Stunde verspürte Yume-sama eine Art bösen Geist, der unsichtbar an der Nachtwache vorbei in ihr Zimmer gelangt war. Es konnte in Erfahrung gebracht werden, dass es sich dabei um einen Oni gehandelt haben muss, der noch zwei weitere Shugenjas anderer Clans angegriffen und auch verletzt hat. Wie Akodo Kenshi von der Shugenja Isawa Yoshiko von den Shimazu erfahren konnte, hat der Oni in dieser Nacht alle Zimmer durchsucht und mehrere Personen angegriffen.
Daimyo Kitsu Ryoken Iwa erzählte uns die Neuigkeiten, die er
beim
Abendessen erfahren hatte.
Matsu Kasai, die im 1. Jahr ihrer Ausbildung der Matsu Bushi Schule ist, bestritt das Go Turnier und den Kenjutsu. Sie konnte dabei jeweils Punkte sammeln, auch wenn die Vertreter der anderen Clans überlegen waren.
Kitsu Yume und Matsu Kasai waren anschließend bei den Oda zu einer Teezeremonie geladen.
Bei einer Lagebesprechung in den Räumen
der Harato, an denen
Daimyo
Kitsu Ryoken Iwa und Kitsu Yume zur 14. Stunde teilnahmen, wurde
diskutiert.
Das Treffen dauerte mehrere Stunden, wobei jeder Clan seine derzeitigen
Probleme mit den Schattenlande bekundete.
Etwa zur 16. Stunde wurde der Clan Takeda zu einer Audienz beim Shogun gebeten. Bei dieser Audienz wurde dem Daimyo Kitsu Ryoken Iwa vom Shogun ein Gruß des Tennos ausgerichtet, was vermuten lässt, dass dieser noch am Leben sein muss, auch wenn die Bevölkerung davon nicht in Kenntnis gesetzt worden ist.
Weiterhin wurde uns gesagt, dass die Ahnen des Clans Takeda, die bereits seit Monaten schweigen, wieder mit uns sprechen würden, wenn unser Champion die Spiele gewinnen sollte. Laut den Worten des Shoguns könne er dafür sorgen, dass die Kitsu ihre Gabe wieder bekämen.
Zuletzt befahl der Shogun, dass Akodo Kenshi im Raum zu verbleiben hätte, ährend er die anderen Clansmitglieder aus seiner Audienz entließ. Die anschließenden Geschehnisse sind einem eigenen Bericht von Akodo Kenshi, am Ende des Textes, zu entnehmen.
Nach der Rückkehr in die Räume das
Takedaclanes konnte
mit
Hilfe von Kagami-sama aus der Bruderschaft der Shinsei der geistige
Zustand
der Akodo soweit wiederhergestellt werden, dass diese ihren Dienst
wieder
aufnehmen konnte.
Gegen Nachmittag erschienen einige Tengus und es wurde offenbar, dass man diese in den Hof eingelassen hatte. Sie forderten offen mehrere Clans dazu auf sich auf ihre Seite zu schlagen und drangen auch in die Räume des Shoguns ein.
Die Daimyos waren allesamt empört und es kam im Burghof zu einem Kampf, bei dem die Mitglieder der Abordnung der Tengus getötet oder vertrieben wurden.
Es gab weiterhin Gerüchte, dass der Shogun verletzt worden sei. (Ich kann dies weder bestätigen, noch verneinen, da ich ihn seit meinem Aufenthalt in seinen Räumen nicht mehr gesehen habe.)
Am Nachmittag wurden desweiteren noch Gespräche geführt, die unter Anderem auch die Vergabe einer Provinz beinhalteten. Den Vertretern der Nezumi Ksomaa Suki und Kentaro Adonai wurde offiziell die Provinz Obihiro , in der sie in Zukunft den Clan Harato bei der Bewachung des Tores unterstützen werden.
Der Barbar mit dem Namen Eric Dreynschlag musste am Nachmittag sein Leben lassen, als er das Duell gegen Clansdaimyo Kakita Hiro von den Oda verlor. Grund des Duells: eine Beleidigung des Daimyos.
Der Clan der Oda wurde
an diesem Tag zudem Zeuge, wie sich ihr
Banner
im Burghof, wie von Geisterhand von der Wand löste und umfiel.
Die Vertreibung der Tengus zog noch einige Geschehnisse nach sich. Gegen Abend wurde der gesamte Hof durch plötzlich auftauchenden Nebel heimgesucht, der ohne Vorwarnung über den Hof kam und alle für einige Minuten in eine geistige Verwirrung stürzte. Den persönlichen Berichten der Betroffenen zu Folge erlebte jeder im Augenblick des Erscheinens dieses Nebels eine Art "persönlicher, schlimmster Alptraum'', vor dem weder Zauber noch geistige Stärke zu schützen vermochten.
Einige waren dabei so stark betroffen, dass sie für sich und Andere eine Gefahr darstellten und gegen, für alle Anderen, unsichtbare Gegner kämpften. Da Daimyo Kitsu Ryoken Iwa ebenfalls zu diesen Personen gehörte und die Visionen Yume-sama arg zusetzten, blieben die Beiden in ihren Gemächern.
Dieser Nebel erschien
im Ganzen 11 Mal und kam immer so
überraschend,
dass die Shugenja viel zu tun bekamen. Wie man von Ksomaa Suki und
Kentaro
Adonai erfahren konnte, hatte der Nezumi während dieser
Vorfälle
eine `"Prüfung'' zu bestehen. Tatsächlich schaffte er es in
einem
Zweikampf einen Dämon zu töten, wurde dabei aber selbst
schwer
verletzt.
Auch Tengus wurden
während dieser Nebel immer wieder in der
Burg
beobachtet. Die Nebel endeten erst, als das Turnier, das am Nachmittag
unterbrochen worden war, weitergeführt wurde. Haiku sowie Odori
und
Shoka.
Es entzieht sich meiner Kenntnis, warum Tags darauf ein Ritual abgehalten erden sollte, das aber offenbar erfolgreich durchgeführt worden ist.
Als fünfte Disziplin (Naku suru) im Turnier, erschienen zur 12. Stunde wieder einmal Tengus im Hof und forderten die Champions jedes Clans zum Zweikampf, wobei zwei Tengus gegen einen Clansvertreter zu kämpfen hatten.
Die Clans Mori und Takeda zogen ihre Champions daraufhin zurück, eil es nicht die Art dieser Clans ist solcherlei Spiele auszufechten. Die Vertreter der Wespen, der Oda, der Uesugi und der Shimazu gewannen jeweils gegen die Tengus.
Obwohl Kasai-sama gegen die älteren und erfahreneren Samurai nicht siegen konnte und am 5. Turnier nicht teilnahm, wurde den Takeda mitgeteilt, dass ihre Ahnen wieder mit ihnen sprechen würden.
Kurz vor Abreise wurde
dem Clan Takeda von den Mori weitere
Bereitschaft
zugesichert, nachbarschaftliche Gespräche zu führen.
Meine Verwunderung war groß, dass Daimyo Kitsu Ryoken Iwa ausgerechnet mich ausgewählt hatte, ihn und Yume-sama zum Hof des Shoguns zu begleiten.
Nach den Vorfällen vor zwei Monaten, hatte ich nicht gehofft, dass mir diese Ehre zu Teil werden würde.
Am Hof angekommen war es indes auch nicht einfach für mich. Einige Mitglieder der anderen Clans schenkten mir keinerlei Beachtung. Natürlich ist es ihnen nicht zu verübeln, da ich für sie sicher recht ungewöhnlich aussehen muss.
Das Ritual, dass die Shugenja vor zwei Monaten durchführten und das den Kontakt zu unseren Ahnen hätte herstellen sollen, ist fehlgeschlagen. Alles was man darüber weiß, ist, dass 100 Shugenja und fast nocheinmal 100 unserer Krieger nach diesem Ritual tot gefunden wurden. Wie mir erzählt wurde, war ich als einziges noch am Leben, wenn auch verletzt. Allerdings erwachte ich einige Tage später mit langen, spitzen Ohren und ohne Erinnerung an alle Geschehnisse.
Was genau mit mir passiert ist, kann ich nicht erklären. Mehrere Kitsu und Shugenja sind der Ansicht, dass die Magie dafür verantwortlich sein muss.
Bisher haben mir diese Ohren kaum Schwierigkeiten bereitet, auch wenn ich mein Schwert jetzt etwas anders führen muss und mich manche für einen Gajin halten.
Vielmehr bedrückt mich der Gedanke warum wir versagt haben, die Shugenja zu beschützen.
Solange das nicht
geklärt ist, werde ich nicht ruhen
können.
Am Hof des Shogun wurde mir wieder gewahr, was diese ``kleine'' Andersartigkeit ausmacht. Besonders die Frage des Shoguns an Daimyo Kitsu Ryoken Iwa `"Was ist DAS?'' über meine Person, erstaunte mich, hieß er mich doch kurz darauf in seinem Audienzraum verbleiben.
Während der Shogun den Raum verließ, ließ er zwei Männer seiner Garde zu Bewachung neben mir und ich hatte nichts weiter zu tun, als dort zu knien und mich nicht zu bewegen.
Tatsächlich war es mir, kurz nachdem der Shogun den Raum verlassen hatte, nicht einmal mehr möglich auch nur den kleinen Finger zu rühren.
Während mein Körper sich weiterhin im Audienzzimmer befand, sah ich Bilder, die mir vorkamen, als würde ich durch fremde Augen sehen.
Zuerst war da ein Kreis aus Shugenja, vertieft in ein Ritual. Leider eiß ich weder welches Ritual dies war, noch zu welchen Clans die Magier gehörten. Aber als plötzlich Einer aus dem Kreis fiel/oder ging, verwandelte sich die Kontrolle in Chaos. Ich sah, wie `"schwarze Stränge'' von den Magiern in den Kreis hineinschossen und sich in deren Mitte zu einem glühenden, wirbelnden Ball vereinigten, der wuchs und schließlich eine Art `"Loch'' bildete. Von einem Augenblick zum anderen, wurden die Magier alle an diesen einen Punkt gezogen und getötet. Blut, Knochen und Gedärme, in Fetzen zerstückelte Körper blieben zurück.
Mehr konnte ich nicht erkennen.
Einen kurzen Augenblick lang kehrte mein Geist in meinen gelähmten Körper zurück. Auch bei den folgenden vier Visionen, konnte ich mich nach keiner davon befreien, sondern wurde jedes Mal erneut fortgerissen um weitere Bilder zu sehen.
Als zweites sah ich eine Stadt im Abendrot, das ich fliegend erreichte. Nachdem ich gelandet war, konnte ich in der ganzen Stadt niemand finden. Durch eine offene Tür gelangte ich in ein Haus, das leer stand, wie ich dachte, bis ich im Schlafzimmer des Hauses ein Ehepaar in seinem Bett fand, das sich in Todesqualen aneinander geklammert hatte und so gestorben ar. Als ich näher heranging, konnte ich sehen, dass beide kein Gesicht mehr hatten.
In der dritten `"Vision'' war ich wieder in diesem Stadt und noch immer, schien dieser Ort, der sich irgendwo auf Keshiki befinden muss, wie ich an der Architektur erkannte, wie ausgestorben. Ich schritt durch viele leere Häuser und meine Füße lenkten mich schließlich in einen Garten. Dort stand ein Baum von enormer Größe, die Rinde schwarz und braun und dessen Früchte hingen viele Meter über mir. Als ich sie genauer betrachten wollte, erkannte ich, dass die Früchte des Baumes Gesichter waren. Blutige Hautstücke, genug um die ganzen Bewohner hier versammelt zu sehen. Wie ein Blutsommer, in dem die Früchte aus den Leibern der Toten zu bestehen scheinen.
Auch diese Vision endete damit, dass ich mich in meinem Körper iderfand, jedoch unfähig war, aufzustehen oder mich loszureißen.
Dann befand ich mich plötzlich auf einem Feld. Es reichte bis zum Horizont und ich sah mich verwundert um. Kleine, schwarze Pflänzchen uchsen aus einem dürren Boden und als ich genauer hinsah, war mir, als würden sie sich bewegen. Ich schritt über sie hinweg und zuerst kitzelten sie an meinen bloßen Füßen, je länger ich aber ging, desto unangenehmer wurde ihre Berührung und schließlich aren die Pflanzen so aggressiv, dass ich bald eine blutige Fußspur zurückließ. Dort wo mein Blut den Boden netzte, schienen die Pflanzen sich wie Würmer zu krümmen und zu winden und die Pflanzen, die außenherum wuchsen neigten sich gierig auf den roten Lebenssaft zu. Als ich schließlich losrannte, war ich bald mit schlimmen Wunden bedeckt und fiel schließlich. Es gelang mir, mich nocheinmal loszureißen, doch hatten die Pflanzen damit begonnen Dornen in meine Arme zu stoßen und durch meine Haut zu dringen und in mir zu meinem Herzen vorzudringen, als würden sie meinen Körper übernehmen wollen. Meine Versuche den Feldrand zu erreichen, den ich bereits vor mir sah, scheiterten und die Pflanzen siegten. Ehe sie mich jedoch völlig in ihrer Gewalt hatten, endete die Vision plötzlich. Im Gegensatz zu den anderen Visionen davor war diese mit körperlichem Schmerz verbunden, der alles übersteigt, as ich bisher gekannt habe.
Meine Erleichterung in meinen Körper zurückzukehren währte jedoch nur kurz, denn ich wurde auch diesmal von einer erneuten Vision übernommen.
Ich sah Mauern in
einem fahlen Nebel. Die Sonne schien rot
glühend
hinter diesem Nebel zu sein. Als ich jedoch auf sie zulief,Harato
erkannte
ich, dass der Nebel dichter, beißender Qualm war und das rote
Licht
ein Feuer. Eine brennende Stadt war um mich herum. Ich hörte
entsetzliche
Schreie von Menschen und versuchte zu ihnen zu gelangen. Doch ich
versagte.
Hitze, Feuer und Rauch schienen wie Wände immer wieder vor mir
aufzutauchen
und ich konnte die Schreienden nicht erreichen, so sehr ich es auch
versuchte.
Ich hörte viele sterben und zuletzt konnte auch ich nicht mehr
atmen
und brach in dem Inferno zusammen. Das Gefühl versagt zu haben,
begleitete
mich zurück.
Ich kann mich nicht erinnern, was anschließend passierte, da ich erst wieder im Zimmer des Daimyo Kitsu Ryoken Iwa zu mir kam. Soviel ich eiß, wurde ich von zwei Wächtern der Harato dorthin gebracht. Die Visionen und ihre vielen grässlichen Details verwirrten meinen Geist derart, dass ich kaum zu mir fand. Zudem fiel es mir zunächst schwer die Schmerzen abzuschütteln, die diese Visionen mir beschert hatten.
Nur durch die Hilfe
von Kagami-sama, Yume und dem Daimyo selbst,
konnte
ich schließlich aus diesem Zustand befreit werden.
Kurz bevor gegen Abend
dieser Nebel auftauchte, wiederfuhr mir das
Selbe
nocheinmal vor dem Versammlungsraum der Shimazu, die dankenswerter
Weise
sofort den Daimyo holen ließen.
Auch dieses Mal
dauerte es einige Zeit, ehe ich aufstehen konnte.
Während alle
Anderen an diesem Abend in den Nebeln ihre
Alpträume
sahen, kehrten Bruchstücke dieser Visionen immer wieder zu mir
zurück.
Ich bin jedoch froh, dass ich dabei kaum zu einer Bewegung fähig
war
und nicht wie andere Bushi zu meiner Waffe griff und somit auch Keinen
verletzte.
Als schließlich während solch eines Nebels der Nezumi Kentaro Adonai seine Prüfung bestand und den Dämon tötete, der ihn und uns heimgesucht hatte, ich mich losreißen konnte, kam ich gerade zurecht, dem Bushi zu helfen. Durch einen Schlag mit einer Keule, war sein Bein gebrochen und blutete stark. Zwar bin ich nicht bewandert in Medizin und Heilkunde, doch gelang es mir sein Bein abzubinden und einen Verband anzulegen. Sonst wäre er wohl verblutet. Weil die Magie und die magischen Tränke zweier Shugenja nicht halfen, da der Izumi aus den Schattenlanden stammt und unsere Magie bei solchen Wesen nutzlos ist, blieb dies als einzige Möglichkeit.
Auf diesem Wege konnte ich immerhin später mit den beiden Nezumi ins Gespräch kommen und erfahren, dass die Pflanzen, die ich in den Visionen gesehen habe, Pflanzen sind, die in den Schattenlanden vorkommen. Außerdem bin ich jetzt davon überzeugt, dass die Nezumi es ernst damit meinen den Schattenlanden den Rücken zu kehren und sich auf die Seite Keshikis zu stellen. Beide Nezumi riskierten in den Prüfungen ährend der Nebel ihr Leben und siegten gegen die feindlich gesinnten Dämonenkreaturen.
Kagami-sama denkt indes, dass ich durch die Magie des Rituals dazu befähigt bin diese Visionen zu sehen. Und ich müsste alleine herausfinden, was sie bedeuten und was damals passiert ist.