Von einem Reisenden, der das Land Hohenbergen bereiste, wurde Lewellyen Ni Eiluned folgender Auszug aus den Chroniken der Kiran- Akademie zu Hohenbergen zugetragen.
Llewelyen hat also sofort sein Zeugs
gepackt und ist gekommen. Oder
so.
Jedenfalls ist er bei uns aufgeschlagen und hat gemeint, dass es jetzt
noch keinen Urlaub gibt und er drei Freiwillige braucht. Mindestens.
Rakan und Alberich wollten nicht mit, nach den letzten Ereignissen in
Æmberwyn nicht zu verdenken.
Ich schätze dass etwas Erholung den Beiden nicht schadet. Der Rest von uns reiste also nach Hohenbergen um der Sache nachzugehen. Ich kam natürlich mit, da ich die Gegend bereits kenne, ebenso wie Ludo und Tinker. Zuerst konnten wir in Hohenbergen überhaupt nichts herausfinden. Weder über diese Gewndolin noch woher sie kommt.
Allerdings wurden wir nach einigen Irrwegen in ein Tal geschickt,
das wir bisher noch nicht erkundet hatten.
Und ich hatte irgendwie das Gefühl, dass wir da richtig sind.
Wir
haben am 2. Tag in diesem Tal auf einer Lichtung die uns
geeignet
schien unser Lager aufgeschlagen und hörten bald in der Nähe
die
üblichen Laute, die aus einer Taverne eben so dringen.
Noch ehe wir sie erreicht hatten, trat uns ein Magier entgegen und
sprach uns an.
Sowas ist uns noch
nie passiert. Er wusste nicht nur sofort, dass
wir
Feen sind, sondern erzählte auch sogleich, dass er Probleme mit
einer
Fee hätte.
Und dass in der Taverne eine Geburtstagsfeier stattfinden würde,
doch
man Gästen von weit her das Gastrecht dennoch gewähren
würde.
besagter Magier und die Adepta
Glück für uns, denn Essen und Getränke kosteten uns so nichts. Der arme Wirt! Wir langten also ordentlich zu und bemühten uns umgänglich zu sein und mit allem anwesenden Volk zu reden.
Die kleine süße Nymphe Namens Eria war tatsächlich
auch da und mordsmäßig beleidigt.
Ihr künftiger Mann Rolan hatte sie nämlich auf der
Hochzeitsfeier vor zwei Wochen stehen lassen.
Nur weil sie ein paar hässliche, rote, eitrige Blasen bekommen hat.
Sie
sagt sie vertrüge keine Nüsse und irgendwer hätte
sich einen Spaß erlaubt.
In ihrer Wut hätte sie mehrere Menschen verzaubert und selbst
Gardisten einen lange Rübenase wachsen lassen.
Nun, keine Ahnung was daran so furchtbar ist. Jedenfalls, so
erzählte
man uns, hätte der Gardist sofort heulend die Inquisition rufen
wollen.
Eria war jedenfalls auch an jenem Abend bald wieder das
"Pünktchen".
Offenbar hat jemand furchtbar Spaß daran Nüsse in ihr Essen
zu werfen und hatte ihr Abenessen "vergiftet".
wer diese Fee
stehen lässt
ist selber schuld!
Damit sie sich nicht so aufregt, habe ich vorgeschlagen, dass ich
auch
ein paar rote Punkte vertragen könnte. Und sowas absolut toll
fände.
Das hat sie wohl aus dem Konzept gebracht, dass jemand freiwillig rote
Eiterpickel hat. Hähä. Aber sie hat mich dann glatt sofort
verzaubert.
Mitsamt roter Pickel habe ich dann noch ein paar Gäste befragt, die mir irgendwas von "schwarzen Schlächterschatten" und "Chimären" erzählt haben, die sie angegriffen hätten.
Bald darauf wussten wir dann, dass die Gegend jemand unsicher macht,
der angeblich Gwydion oder so heißt und mitsamt einem Rudel
Sklaven-Chimären irgendwas sucht.
Und solange er es nicht findet wahllos Leute zusammenschlägt.
Ganz so wahllos war es allerdings nicht, denn wie wir bald mitbekamen, waren einige der Gäste Mitglieder der Kiran-Akademie der magischen Künste und der Magier, der uns zu Anfang begrüßt hatte, konnte uns nicht nur erzählen, dass diese Gewndolin seit 100 Jahren tot ist, sondern auch, dass er jetzt der Besitzer des Artefaktes ist.
Kein Wunder dass dieser Gwydion dann ständig die Tavernengäste angreift! Ein weiterer Grund warum jemand die Inquisition herrufen könnte war das natürlich auch noch. Der Kerl war so dreist bei Nacht sogar in der Nähe der Taverne aufzutauchen und Llewelyen zu belästigen.
Ich schätze mal unser Sidhe hat dem Typen schon gesagt, was er
davon
hält. Tatsächlich schlug der Kerl dem Sidhe einen Handel vor
bei dem es darum ging ihm das Artefakt zu überlassen...
Aber
Llewelyen lässt nicht mit sich handeln. Jemand der die Arroganz
morgens
mit dem Frühstückomlett zu sich nimmt, handelt nicht.
Jedenfalls kam unser Sidhe unversehrt wieder. Und das ohne Leibwache.
Wir kassierten einen Anschiss, warum wir ihn allein gelassen hatten
(dabei ist er ja alleine raus!) und damit hatte es sich.
Unser Magier"freund" schlug dann vor, dass er uns ja eventuell das
Artefakt überlassen könne, wenn wir dafür sorgen, dass
die kleine,
nervige Eria verschwindet.
Nunja. Für uns war das völlig unverständlich, aber
wir beschlossen,
dass wir es zuerst friedlich versuchen... und dem Magier später
den
Hals umdrehen.
Um herauszufinden wo Rolan, der entlaufene Mann des Mädels ist,
hätten
wir angeblich mit einem Kobold spielen müssen. Der war auch da und
wollte irgendwas, dafür, dass er uns verrät wo Rolan ist,
oder so.
Mir war das alles zu dumm. Ich mache keine Spielchen mit Kobolden
wenn
es sich vermeiden lässt. Schließlich sind wir KEINE Kobolde.
Also haben wir der Eria einfach diesen dämlichen Rolan ausgeredet.
Einen Menschen heiraten? Keine gute Idee! Diese Dinge enden immer nur
auf tragische Art und Weise, nämlich indem die Fee schön und
jung
bleibt und der Mann nach 30 Jahren unansehnlich, fett und faul wird.
Eria war zum Glück einsichtig und ging nach Hause, sobald sie sich als Führerin und Ortskundige noch etwas nützlich gemacht hatte.
Wir
mussten zusätzlich auch noch "Schlangenhaut" finden. Angeblich
kann man damit etwas
brauen oder herstellen womit man den Chimären Schaden zufügen
kann.
Eine der anwesenden Adepten jedenfalls behauptete das und da wir sie
nicht allein in den Wald rennen lassen wollten, sind wir natürlich
mitgekommen.
Immerhin haben wir diese Schlangenhaut gefunden.
Auf der
Suche nach Schlangenhaut in einer Schlucht.
Und natürlich hatten wir keine Ruhe vor diesem Gwydion. Er hat
es
nochmal versucht die Taverne anzugreifen und wer nicht hören will,
muss
halt fühlen.
Wir haben seine Chimären dann eben verdroschen und hätte
mir nicht eine
den Arm gebrochen, dann wäre die ganze Sache noch lustiger
geworden,
aber leider konnte die Bande fliehen.

hm.. der Arm war
gebrochen.
Aber der Schmied
hats hinbekommen!
Anstatt dass unser Magier seine Worte wahr macht und uns das
Artefakt
also endlich gibt - schließlich war Eria ja weg und man musste
damit
rechnen dass die Chimären mit Gwydion wiederkommen, meint der
Magier,
er würde in zwei Stunden das Artefakt an einem Ort im Wald
deponieren
und sowohl uns als auch Gwydion sagen wo.
Der Bessere möge es dann bekommen.
Das wäre der Zeitpunkt gewesen dem Kerl den Hals doch umzudrehen.
Aber wir lächelten und machten mit.
Gut, wenn die Menschen spielen wollen, dann spielen wir eben.
Als erstes erklärten wir allen Tavernengästen, dass diese Chimären solange kommen, bis Gwydion hat was er will und wenn er es hat, wird er noch mächtiger.
Gutes Argument, die Leute hatten die Hosen voll und wollten uns
helfen.
Dass irgendwelche Menschenmagier nicht mit Feenartefakten spielen
sollen, leuchtete Allen ein.
Also gelang es uns einen Hinterhalt zu legen, bei dem einige Gäste
sich
wirklich als überaus geschickt erwiesen sich im Wald zu tarnen und
warteten die zwei Stunden ab.
Auf einer Waldlichtung war dann wohl auch das Artefakt zu finden, nur sehen konnte es erst einmal niemand.
Während sich die Chimären und die Tavernengäste gegenüber standen, habe ich mich abgesetzt um das Ding endlich aufzuspüren.
Auch wenn ich einen Splitter des Alten Tores trage, ist es nicht wirklich leicht die genaue Richtung eines Schwesterstückes zu spüren. Aber mit etwas Suchen gelang es und unser Ablenkungsmanöver klappte hervorragend. Während die Chimären mit den Tavernengästen beschäftigt waren, haben wir das Ding erst mal mitgenommen.
Leider hielt mich ein Verwurzelungszauber auf, sonst wäre es noch einfacher gewesen. So wurde ich dann in verwurzeltem Zustand ziemlich schnell von einer Chimäre zu Boden geschickt und konnte anschließend meinen Gedrämen guten Tag sagen. Dafür muss Llewelyen schnelle Beine haben, der nahm mir das Ding nämlich ab und rannte gleich weiter. Erwischt hat ihn auch niemand. Als ich wieder zu mir kam, war ich um einige Kupfer und ich glaube auch ein Silberstück ärmer und irgendwer hatte mir offensichtlich einen Heiltrank eingeflößt. Immerhin bin ich nicht verblutet.
Llewelyen hatte das Artefakt, Ludo schlief gerade seinen
Schlafzauber
aus, den - nun immerhin mausetoten - Gwydion ihm offenbar aufgebrummt
hatte und leider war unser Magier nicht auffindbar. Sonst hätte
ich ihm
den Hals umgedreht.
Aber so hab ich erstmal beim Schmied das Artefakt vorbeigebracht und
die Scherbe gegen einen roten Glasstein tauschen lassen. (sobald ich
wieder aus eigener Kraft laufen konnte)
Das Schmuckstück hat Llewelyen glaube ich danach verhökert. Die Scherbe, die in diesem Fall die Form eines Rubins angenommen hat, behielt ich. Allerdings entschlossen wir uns das Ding möglichst schnell an einen sicheren Ort zu bringen, nachdem Gerüchte laut wurden, dass der Inquisitor immer noch auf dem Weg hierher sei, und Gwydion auch noch eine Schwester hätte.
Hauptsache weg mit dem Ding! Nachdem meine Gedärme also noch an Ort und Stelle waren und das Abendessen wie gewohnt gut und viel war und wie immer hineinpasste, schien ich mich zumindest weit genug erholt zu haben um es zu wagen.
In Frage kam wohl nur Ludo für das Ritual des Alten Tores und
obwohl mir nicht wohl dabei war, durften die Menschen zusehen.

Erstens weil wir nirgendswo eine Feen-Ritualwache herbekommen hätten und zweitens weil sie Mittlerweile schon zuviel wussten. Sie werden hoffentlich schlau genug sein um ihre Münder zu halten.
Und sie werden sicher bald spüren, welche Auswirkungen der beim
Ritual freigewordene Glamour auf sie hat.
Ludo jedenfalls hat die Sache
im wahrsten Sinne des Wortes weggesteckt.
Ich wollte immer schon einen Troll zum schreien bringen! KäHähä!
Nach dem Ritual torkelte man dann zurück zur Taverne, und
achja.. der
Geburtstag von dame Alena.. den haben wir noch gefeiert. Allerdings -
so muss ich
zugeben - waren wir recht platt. Immerhin: ich kann mit Fug und Recht
behaupten, dass ich an diesem Abend endlich einmal im meinem Leben
beinahe satt war.
Ein Hoch auf Ansgars Chili!