Helicon  33

17.-19.03. 2006 Burg Wildenstein

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manche Dinge will man nicht so genau wissen


Es war einmal, in einem fernen, dunklen, kalten Land. In diesem Land gibt es dichte Wälder, in denen Füchse, Wölfe und andere seltsame Wesen leben, es gibt stolze Burgen, die auf Felsen thronen und weit in die Welt blicken. Es gibt dort auch etwas, das "Schnee" genannt wird. Gefrorenes Wasser, das vom Himmel fällt und im Winter alles in eine weiße, unwirkliche Welt verwandelt.

Vor langer Zeit lebte dort ein Druide mit Namen Carn. Dieser ist der Held unseres Märchens.
Carn war beliebt bei den einfachen Bauern, respektiert von den Mächtigen und geschätzt von seinen Brüdern und Schwestern. Er wohnte in einem Hain nahe einer großen Burg.



Angriff

Der wahre Name dieser Burg ist längst in Vergessenheit geraten, doch lag sie gut geschützt zwischen Abhängen und Bergen. Der damalige Burgherr trug den Namen Adelgart. Er war ein gütiger und weiser Herrscher und brachte seinen Ländereien Wohlstand. Sein Bruder Mannefred widmete sich hauptsächlich dem Studium und der Forschung.


Deshalb brach er eines Tages auf, um nach Drakonien zu reisen und sein Wissen zu mehren. Sieben Jahre verbrachte er als Scholar in der Fremde und erwarb Kenntnisse über vielerlei Gebiete der Wissenschaft und Naturkunde.

Auch in geheime Künste wie die Alchimie wurde er eingeweiht. Doch nach all diesen Jahren holte Mannefred seine Vergangenheit ein und er war gezwungen wieder zurückzukehren in seine Heimat. Die Unzufriedenheit über diesen Zwang ließen in Mannefred Hass und Wahnsinn gleichermaßen gedeihen. Dieser richtete sich gegen seinen Bruder, seine Familie, gegen seine Heimat und schließlich gegen die Menschen im Allgemeinen. Deshalb ersann er einen teuflischen Plan.

Er sammelte Kräuter im Wald, die beigemengt in das Essen die unliebsamen Peiniger ausmerzen sollten. Doch wurde er beobachtet von Carn, der gerade durch den Wald streifte. Der Druide sah, was der Unhold trieb und stellte ihn zur Rede. Dieser jedoch zog seinen Dolch und schnitt Carn hinterhältig die Kehle durch. So lag der Verwundete auf dem feuchten Waldboden und hauchte sein Leben aus.



Doch sein Wunsch Mannefred aufzuhalten war so groß, dass selbst der Tod kein unüberwindbares Hindernis darstellte und Carn kehrte zurück, um die Menschen zu warnen. Als unheilvoller Bote, gewandet in Schwarz und mit einer Pestmaske erschien er in der Burg und schrieb seine Botschaft an die Tür.

Leider konnte er nicht sprechen, wegen der grässlichen Wunde, die Mannefred ihm beigebracht hatte.

Jedoch die Burgbewohner fürchteten sich vor ihm, weil sie ihn nicht wieder erkannten und konnten auch seine Schrift nicht lesen. So verhallte die Warnung ungestört und Mannefred konnte seinen diabolischen Plan ausführen. Und jene, die er tötete durften nicht in Frieden ruhen, sondern sie erhoben sich wieder und verwüsteten das Land.

Sie waren die ersten Landfahrer.


Lange Zeit wüteten sie und auch Mannefred war inzwischen längst getötet worden und man ließ seine Gebeine verrotten wie seine Seele.
Doch schließlich ersannen die wenigen Übrigen einen Plan, um die Landfahrer zu bannen.


Mit Fesseln aus Licht und Glas bannten sie den bösen Geist der Plage auf eine Leinwand und nutzten die Asche, die zurückblieb als Waffe gegen die Horden. Durch diese Waffe konnten sie die Essenz der Plage in Form des schwarzen Blutes der Beinesser und des Angstfleisches gewinnen und schufen daraus ein Bild, ein Tor, in dem die Landfahrer ewig gebannt sein sollten.

Und so ward die Plage gebannt. Die Menschen konnten wieder in Frieden leben und nur noch Geschichten blieben von dem Schrecken von damals. Und das Bild, die Fesseln und Carn gerieten in Vergessenheit.


buntes Volk






Versteck


Doch dann erschien wieder der Pestmann.

Es gelang schließlich den Bewohnern der Burg, seine Botschaften zu entschlüsseln, jedoch konnten sie nicht fassen, was sie dort lasen: Die Landfahrer sind wiedergekehrt.

Panik ergriff die Menschen. Zwar wurden sie gewarnt, doch es war zu spät. Eine Armee der Toten zog gegen die Burg und tötete alle, die dort waren. Anschließend wurden umliegende Dörfer geschliffen und die Landfahrer vermehrten sich wieder.

Aber ein paar Stunden nach dem Angriff auf die Burg traf dort ein Tross ein, bunt zusammengewürfelt aus Leuten, die auf der Burg ein Fest feiern wollten.
Angeführt wurde der Tross von Ritter Ullrich und der Gattin des Burgherrn, die den gemeinsamen Erben nach Hause bringen wollte. Als die Reisenden ankamen bot sich ihnen ein Bild des Grauens. Überall lagen Tote, hauptsächlich Frauen und Kinder, und über einigen kauerten hässliche Beinesser, die sich am Fleisch der Toten labten. Zum Glück waren es nur wenige, die schnell durch beherztes Eingreifen einiger Krieger niedergestreckt werden konnten.


Doch schon bald erkannten die Verbliebenen das Ausmaß der Geschehnisse. Die Landfahrer mussten wieder gebannt werden, die Fesseln gefunden, Blut gesammelt werden.

Leider witterten einige die Möglichkeit Kapital aus dieser Not zu schlagen und Informationen über den Ursprung und die Bekämpfung der Landfahrer waren teuer. Andere schienen den wahren Ernst der Lage zu verkennen und klammerten sich an alte Vorurteile gegenüber fremder Wesen und suchten diese, auch wenn sie Nützliches beizutragen hatten auszugrenzen.

So dauerte es viel zu lange, bis man endlich die Wahrheiten gefunden hatte und die Aufenthaltsorte der Fesseln entdeckt hatte. Der Pestmann erschien und wurde zunächst wieder als bedrohlich empfunden, bis man eine Möglichkeit fand, mit ihm zu kommunizieren. Seine Botschaften waren kryptisch und beschrieben die Orte, an denen die Fesseln zu finden seien.


Wehrgang


Rashid, der diese Geschichte neiderschrieb

Schließlich fand man auch heraus, wie die Landfahrer sich befreit hatten. Thedrik, der Bastard des Brugherrn hatte sich mit finsteren Gesellen, Batzenmagier genannt, verbündet, um sein Erbe zu sichern. Jedoch schlug ihr Plan die Landfahrer zu kontrollieren fehl und sie waren selbst unter den ersten Opfern.

Auf der Burg wurde jedoch langsam die Zeit knapp. Schon stand eine Armee von Angstfleisch und Beinessern vor den Toren und noch immer konnte man sich nicht auf ein gemeinsames Vorgehen einigen.

Im letzten Moment jedoch, als die Horde schon in den großen Saal stürmte gelang es jedoch sämtliche Paraphernalia richtig zu nutzen und die Landfahrer zu bannen.

Und so senkte sich der aufgewirbelte Staub über dem nunmehr stillen Schlachtfeld.
Viele der Verteidiger hatten ihr Leben gelassen, um die Burg zu schützen. Ritter Ullrich war auf tragische Weise von seinen Mannen getrennt worden und der Horde zum Opfer gefallen.

Es würde viele Jahre dauern, bis sich die Beteiligten von diesen Erlebnissen erholen würden und das Land wieder in alter Pracht erstrahlen würde.

Doch als am Tag nach der Schlacht die Sonne aufging und den Schnee langsam erwärmte, so dass er in kleinen Rinnsalen den Berg hinab floss, kehrten auch die Vogelstimmen wieder zurück ins Land der dichten Wälder und stolzen Burgen.


niedergeschrieben von:
Raschid ibn Saladin al Haimamud ibn Jussuf al Hamud