Der Wind peitscht uns den Regen ins Gesicht. Der Sturm heult bedrohlich und die Zeltbahnen flattern im Wind. Eisig schneidet er uns in die Haut und wie ein Sturzbach plätschert das Wasser den Hang herab...
Juhu, endlich da! Immer wieder gerne unterwegs und dieses Jahr auch wieder in Heligonia. Im Frühling hattens wir ja leider nicht geschafft, da is es ja immer sehr schön, aber da kam uns was dazwischen. Also - so dachten wir, gehen wir mal im Sommer in dieses nette Land. Und dann, grad als wir wunderbar zum Markttag ankommen.. geht die Welt unter.
Ich - auch noch fußlahm und mit dickem Verband - wurde fast weggeweht und das Zelt von unseren Mitreisenden aus Eibland, dem ist gleich das Dach weggeflogen, dem Herr Radebrecht und Dukram (Anatoll Ergoman Grautengross - soviel Zeit muss sein!) ist im anderen Zelt nebenan eine Zeltstange gebrochen. Und außerdem dachten wir es spült uns weg.
Aber was so ein richtiges
Wetter ist, das geht auch wider weg.
Und so wars dann auch. Schon bald hatte es sich beruhigt und der
Sonnenuntergang war sehr fein.
Tja also... was soll ich sagen: mein Fuß war ja kaputt und deswegen hab ich zuerst mal nix gescheites mitbekommen. Außer dass Haufenweise viele Leute da waren.
Von überall her. Den (Du)Kram, den kannt ich ja schon flüchtig. Und dass die Eibländer toll sind, des hatte ich auch schon gehört.
Das waren die auch. Besonders die rot-gelben. Die waren sehr witzig. Witzig war auch der Herr Alberich mit den grünen Haaren. Der hat ständig gebaut und gehämmert. Zusammen mit dem Willibald. Die konnte man quasi nicht allein lassen, sofort haben die was gebaut.
Der Herr Radebrecht, Herr Wurzelstolz, der Alberich und die gelb-roten Männer haben Dinge verkauft. Und waren als kleine Handelsvertretung der Borlinger Gilde Für Waffen mit großer Durchschlagskraft, unterwegs. (Das liegt wohl auch auf Eibland)
Sie hatten auch eine große Schleuder dabei, die war aber noch im Bau und nicht ganz fertig und noch nicht ganz lackiert und abgehobelt und eingewachst und da hat die noch nicht ganz richtig geschossen.
Aber sährr gefährlich hat se ausgeguckt.
Sährrr gefährlich ham auch ganz andere Sachen ausgeguckt. Zum Beispiel so ein Baum gleich neben dem Zelt, mit lauter nicht gegessenen totetn Brathändeln. Ich weiß nicht waas das gesollt hat da tote Vögel hochzubinden. Aber in Vjoshaven waren sie eh bissel komisch, zum Beispiel ham sie da immer alle was von einem DING geredet, wo man hinkommen sollte, aber Keiner hat mir erklärt was das für ein DING ist.
Na jedenfalls war das aber dauernd das DING und dauernd rannte da Einer mit einem Horn umher und hat alle zum DING gerufen.
Und dann sind immer Leute wild herumgerannt und haben das DING gesucht und sich dann anschließend auf dem Treffplatz angeschimpft oder komische Dinge geredet. Wahrscheinlich hieß es deshalb so.
Außer dem Markttag war da auch noch eine Art Wettspiele, wo´s drum ging, dass die Heliosgruppe gegen die Andere verloren hat. Ich wollt ja zusehen, aber ich war so blöd zu Fuß und da hab ich alles verpasst, außer dass der Dukram blaue Flecke und Ehre bekommen hat und der Ibn und der Rakan gewonnen haben.
Es ging da vor allem um Schwertkampf mit stumpfen Waffen und um Ringen und solcherlei. Ich hab dem Kram kleich gesagt, dass er sich da nur weh tut, aber er wollt mir ned glauben.
Dann haben wir ein paar nette Pira.. äh Seemänner getroffen. Don Rodrigo und seine Männer (und Frauen) die haben auch ein Schiff. Damit fahren sie herum und kaufen Dinge und nehmen Leute mit.
Die sind sehr lustig, aber sie kannten keine gescheiten Bolde, deswegen haben wir die dann immer beboldet.
Die müssen außerdem ziemlich reich sein, weil die alle sehr nette Höschen anhatten und lustige Hüte und rosane Kopftücher und Klunkereien.
Außerdem handeln die mit Ballen vom feinsten Seemansgarn, sicher kann man davon ordentlich reich werden.
Naja jedenfalls, war da eine Theodora. Sie trug meistens einen lila Mantel. Sie hatte ihr Gedächtnis verlegt und ist zusammen mit einem Haufen komischer Viecher und so auf einem Schiff von den Vjoshavener Seemännern an Land gebracht worden. Und noch mit einer Truhe, aber die war gleich mal am Anfang weg. Und dann hieß es, dass die Theodora die Wachen umgebracht hätte, aber außer ihr war noch so ein Mann mit Narben dabei, aber der war dann auch weg und der hätt es ja auchg etan haben können.
Dann
sind alle rumgelaufen und haben die Kiste gesucht, aber da konnte ich
nicht mitsuchen, weil mein dummes Bein wieder weh tat.
Und außerdem haben alle diesen Mann gesucht, der auch weg war. So
ein Magier nämlich.
Dem wollt ich auch nix trauen. Aber der Frau auch nicht. Die hatte
einen lilanen Mantel und lila is immer gefährlich!
In der Kiste waren ganz wichtige Dinge, hieß es,
aber Keiner
wusste genau was.
Dafür wussten Alle, dass die Frau schon viel älter ist als
sie ausguckt.
Und der Kram hat was vom Ordo Mechanikus erzählt, weil der wär auch noch verwickelt. Aber der baut immer nur verrückte Apparate, die dann den Berg auf dem die Burg steht, dazu bringen, aufzustehen und wegzulaufen.
Weil wir überhaupt nix kapiert haben, haben wir dann mal den Falk belagert. Der Falk hatte den Fingers dabei und viele andere Lustige Leute. Eine davon hieß Kitty, die anderen Namen haben ich mir ned merken können, das waren vieeel zu viele. Falk und Fingers haben Lavendel in Quengel unmgetauft und ihr lauter nützliche Dinge beigebracht.
Spuren lesen, Schlösser aufknacken, Schoko-Bananen
machen und
außerdem wie man an Holzkisten festwächst.
Der Falk ist nämlich ein Rasen-mäher und Feld-scherer und hat
laufend lustige Zutaten zusammengeworfen.
Ich bin mir nicht sicher, ob er immer weiß was er tut, aber bei dem trink ich lieber keine Tränke mehr. Zum Glück hab ich abgelehnt, als er der Lavendel und mir so ein rotes Gebräu angedreht hat. Das roch so komisch. Und kaum hatte sie getrunken, meinte der Falk: "Na da langt aber ein Schluck" und dann hat er ihr erklärt dass die Nebenwirkung grässliches Jucken ist. Und man dafür Lederhaut bekommt. Lavendel hat eine Borkenhaut, mit Moos drauf bekommen und sofort ausgeschelagen.
Nuja, also auf jeden Fall
haben wir dann aber noch imemrhin folgendes mitbekommen:
Der Böse Magier hat der Theodora ihr Gedächtnis verschwinden
lassen und
außerdem einen fiesen Apparatus gebaut. Der hat dann die
Ödländer
hergelockt, die nämlich immer in der Nähe herumstreunen und
die die
Stadt sonst nie finden, weil die Götter immer aufpassen, aber der
Aparatus hat den Götterschutz irgendwie überwunden, eine ganz
komische
Sache!
Alberich hätte sich das mal ansehen sollen!
Aber dann wären wir
sicher in die Luft geflogen!
Die Ödländer waren auch recht fix da, weil der Aparatus schon lang gelaufen is und das ja Keiner gewusst hat, bis die Theodora endlich ihre Kiste wiederhatte und die aufgemacht war und man den Magier dann gefangen hat. In der war übrigens Ameryll drin. Und ein Brief vom Helios der einem erlaubt überall kostenlos hinzufahren.
Zumindest hat der Rodrigo das gesagt!
Jedenfalls ist so ein Heliosbrief wohl was gutes, weil damit hat sie dann bewiesen, dass sie eine nette Frau ist und der andere Magier ein ganz gemeiner Kerl... aber wer eine so fiesen Aparatus baut, der muss ja auch gemein sein.
Den
ganzen Abend wollten die Ödländer auch wirklich richtig viel
Ärger
machen. Und zum Glück waren auch jede Menge Krieger auf dem
Markttag,
sonst hätten wir echt Angst haben müssen.
Unsere Freunde haben sich auch alle ganz furchtbar geschlagen und die
Inurinai und wir und noch ein netter Heiler und auch der Falk, wir
haben dann ganz schön Arbeit bekommen.
Diese gartsigen, dreckigen Ödländer! Die kommen immer wenns grade am nettesten ist!
Die Theodora hat dann UNS
und dem Rodrigo ihre Kiste gegeben.
Ja und auf der Kiste ist der Kapitän Rodrigo dann gehockt und wir
haben
aufgepasst, dass keine Ödländer drannkommen. Und wenn jemand
gekommen
wär, wärs auch egal gewesen, dann wären wir abgehauen,
weil der Echte
Inhalt, den hat der Rodriogo gleich verstecken lassen und wir sind dann
immer auf einer Kiste voller Steiner rumgesessen.
Auf der Kiste ist die Lavendel dann vor lauter Lederhaut festgeweachsen.
Dann haben Gelehrte gemeint, dass sie den Aparatus dämontieren. Das fanden wir gar nicht gut, weil wir hockten da auf der Kiste und von links und rechts kamen dauernd Ödländer zum Angriff.
Aber als die uns dann die Einzelteile gebracht haben, da war alles klar. Dann konnten die Ödländer, die zum Nachschub angerückt waren, das Vjoshaven nimmer finden und die, die´s bis hierher geschafft hatten, die haben unsere Mannen alle verkloppt. Zum Glück.
Die Eibländer waren ein bisschen arg lädiert und
der
Boronk
war müde
vom Kochen und mir tat wieder der Fuß weh, und der Hals vom
Fluchen.
Deswegen war ich auch nicht mehr unterwegs, nachdem die Dreckigen
Ödländer wieder fort waren
Ein Skaldenwettsreit hätte dann später noch sein sollen. Zuerst fragte ich mich was ein Skalpierwettstreit ist, aber da gings nur ums Singen und als ich das mal verstanden hatte, fand ichs sehr schade, dass ich nicht mehr dahingehinkt bin.
Aber ein humpelnder Kobold in der Taverne, das kann je nicht gut sein.
Da hab ich mir lieber noch mehr Seemannsgarn erzählen lassen.
Ja... und dann haben wir beschlossen, dass wir da noch ein bisschen mitfahren auf dem Schiff, weil die soviel Spaßiges erzählt haben.
Die Sonne sticht vom Himmel. Wir stöhnen unter der Hitze. Alle haben Sonnenbrand. Die Luft flimmert. Vjoshaven ist echt ein komischer Ort!
Wir kommen wieder - Ahoi!